"Ger - Die mongolische Jurte" von Lizzy Mayrl




    Abb.14) Grundriß und Rekonstruktion des runden Hauses, Banpo
In der Fundstätte Banpo in China (auf 3 600v.Chr. datiert), zeugen vier Löcher um eine Feuerstelle von Pfosten, die das Dach trugen. (Abb.14) Die Türe öffnete sich nach Süden. Je deutlicher das Fußbodenniveau anstieg, um so mehr wurde die Aufmerksamkeit auf die Stabilität der Wände gelenkt. Die Bildung der Wände entstand durch dicht aneinander gereihte Pfähle. Die Dach bzw. Wandbedeckung bestand aus vegetativem Material, das mit der hölzernen Unterkonstruktion verflochten und oftmals mit Strohlehm abgedichtet wurde.

Die parallele Existenz zweier grundlegender Behausungsformen, dem ebenerdigen Stangenzelt und dem in die Erde versenkten Haus, veranlaßt die Forschung zu den drei folgenden Theorien:

3.2.1. Die Entwicklung der Jurte aus dem versenkten Grubenhaus (Abb. 15) Zu Beginn wurde das Feuer in tiefen Gruben gehalten, die Gruben mit Stangen gedeckt und mit pflanzlichem Material abgedichtet. In weiterer Folge verlegten die Bewohner die Feuerstelle in die Mitte. Das Dach wurde ebenfalls zentriert und durch die Zusammenfügung der Stangenspitzen wesentlich erhöht. Das Anheben des Bodenniveaus verlangte die Erhöhung der Seitenwände, dies geschah durch Pfähle; die das Dach stützten. Die Trennung von Dach und Wand war somit geschaffen und bildete die Voraussetzung, das Haus auf ebener Erde aufzustellen.
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Leseprobe aus:
"Ger - Die mongolische Jurte"
Lizzy Mayrl, 1998, 160 Seiten
Diplomarbeit an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien

25,00 €
zu erwerben bei Filzrausch